Wohnen in der Wilhelmstraße: Bebauungsplan soll erstmals offengelegt werden

Schwerte. 45 barrierefreie Wohnungen sollen auf der derzeit brach liegenden, ehemals industriell genutzten innerstädtischen Fläche im Bereich Wilhelmstraße/Kantstraße entstehen. Vorhabenträger ist die „beta Eigenheim- und Grundstücksverwertungsgesellschaft“ mit Sitz in Bergkamen. Planunterlagen wurden bereits im Oktober 2017 öffentlich im Rathaus der Stadt Schwerte ausgehängt. Zu privaten Einwendungen und Stellungnahmen hat das nicht geführt. Jetzt soll der Bebauungsplan „Wilhelmstraße/Kantstraße“ erstmals öffentlich ausgelegt werden. Darüber wird der Ausschuss für Infrastruktur, Stadtentwicklung und Umwelt (AISU) in seiner Sitzung am 18. September befinden.

Die geplante Bebauung soll sich in ihrer Art und ihrem Maß an der vorhandenen Bebauung orientieren und einfügen. Im Zuge des Neubaus soll zum einen ein Gebäudekörper parallel zur Wilhelmstraße in dreigeschossiger Bauweise mit Satteldach entstehen, der mit dem Bestandsgebäude Wilhelmstraße 16 einen Fuß- und Radweg als Verbindung in das neue Wohnquartier vorsieht. Zum anderen soll ein Baukörper an der Kantstraße (ebenfalls drei Geschosse + Satteldach) errichtet werden. Dafür soll das Gebäude Kantstraße 9 wegen des schlechten baulichen Zustands abgerissen werden. Zwei weitere Gebäude sollen sich im Innenhof gruppieren und in viergeschossiger Bauweise mit Flachdach realisiert werden.

Verkehrliche Anbindung

Die verkehrliche Anbindung des Plangebiets an die angrenzende Kantstraße und damit an das bestehende Verkehrsnetz erfolgt durch eine als Mischverkehrsfläche konzeptionierte Erschließung. Diese ist als Stichstraße mit Wendemöglichkeit geplant. In Verlängerung der Wendemöglichkeit wird eine Rad- und Fußwegeverbindung festgesetzt, welche an die Wilhelmstraße anschließt. Der ruhende Verkehr wird in einer Sammeltiefgarage angeordnet. Zusätzlich werden innerhalb der Erschließungsstraße Besucherstellplätze angelegt.

Dieser Bereich zwischen Wilhelmstraße und Kantstraße soll bebaut werden. Plan: Stadt Schwerte/Planquadrat Dortmund

Im Einklang mit dem Umweltschutz

Der Abriss der Bestandsgebäude soll im Einklang mit dem Umweltschutz erfolgen. So hat der Kreisverband Unna im Naturschutzbund Deutschland angeregt, den Abriss zum Schutz von Fledermäusen und Vögeln nicht in der Hauptbrutzeit (1. März bis 30. Juni) durchzuführen. Im Rahmen der artenschutzrechtlichen Vorprüfung wird dies ebenfalls empfohlen. Daher wird im Bebauungsplan ein Hinweis aufgenommen, dass der Abriss der bestehenden Gebäude außerhalb der Hauptbrutzeit  durchzuführen ist. Alternativ sind die Gebäude vor Beginn der Abrissarbeiten durch einen ökologischen Fachgutachter auf einen möglichen Fledermausbesatz bzw. auf Vorkommen gebäudebrütender Vögel zu überprüfen. Sofern die fachgutachterliche Überprüfung der Gebäude vor dem Abriss keine Hinweise auf artenschutzrechtliche Konflikte erbracht hat, ist ein Abriss auch innerhalb der Brut- bzw. Wochenstubenzeit möglich.

Stichwort Bestandsgebäude: Das Haus Wilhelmstraße Nr. 16 aus der Gründerzeit weist eine prägende Bausubstanz auf und bildet eine städtebauliche Adresse innerhalb der Wilhelmstraße. Der Denkmalwert betrifft insbesondere die Fassade des Gebäudes. Die Eintragung in die Denkmalliste der Stadt Schwerte befindet sich momentan in Vorbereitung.

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