VV Schwerte: „Unsere Vision ist sehr ambitioniert“

Schwerte. Die frühere Volleyballstadt Schwerte kann schon seit Jahren keinen Bundesliga Volleyball mehr bieten. Mit der Fusion der beiden Vereine VC Schwerte 02 und Phönix Schwerte vor drei Jahren sollte frischer Wind in den Schwerter Volleyball kommen. Die Vision von Bundesligavolleyball 2026 in Schwerte wurde geboren. Im Sommer 2017 gelang dem neuen Verein mit der 1. Damen-Mannschaft der Aufstieg in die Oberliga. Kurz vor Ende der Hinrunde und vor dem Spiel am Samstagabend (19 Uhr, Alfred-Berg-Sporthalle) gegen den Tabellennachbarn VfL Telstar Bochum fragte der Blickwinkel einmal bei den Verantwortlichen nach einer ersten Bilanz. Am Mittwoch besiegte der VVS den VC Olympia Münster mit 3:0.

Erst der Sieg über Münster, jetzt das Heimspiel gegen Bochum – sind solche Spiele richtungsweisend? 

Knut Powilleit, Trainer 1. Damen: „Natürlich sind die beiden Begegnungen zum Abschluss der Hinrunde von Bedeutung, gerade weil der Sieg gegen TV Werne die Mannschaft beflügeln und Kräfte frei setzen sollte. Wir haben es selbst in der Hand, entweder bleibt man auf Platz 9, das wäre natürlich worst case, oder wir klettern mit zwei Siegen auf Platz 5.“

Gehen im Dezember die Wochen der Wahrheit über die Bühne?

Powilleit: „ Die Damen 1 spielt im Dezember in der Rückrunde gegen den Tabellenvierten SC Hennen und den Tabellenführer TV Hörde 1. In den beiden Begegnungen haben wir nichts zu verlieren, andererseits erwartet auch keiner, das wir hier unbedingt zu punkten“.

Knut Powilleit trainiert die Schwerter Volleyballerinnen seit dieser Saison.

„Das Spielkonzept ist im Prozess“

Woran könnte es liegen, dass das bisherige Abschneiden alles andere als erfolgreich ist? Hängt es alleine von der neuen höheren Spielklasse ab?

Powilleit: „Leider ist die Aufstiegsmannschaft nicht zusammengeblieben. Zahlreiche Abgänge, sowie Verletzungen musste das Team kompensieren. Weiterhin wurden vier Neuzugänge integriert.  Das Spielkonzept ist im Prozess und entwickelt sich. Mit jeder höheren Spielklasse erhöht sich auch das Spielniveau und die Spielanlage, die die etablierten  Teams mitbringen.“

Lässt sich personell noch nachbessern, auch vor dem Hintergrund, dass Urlaubsplanungen von Spielerinnen mit der Meisterschaft kollidieren?

Ralf Tinnefeld, Sportliche Leitung VVS: „Gezielte Nachbesserungen im Laufe einer Saison sind erstens nur schwer möglich, da alle Spielerinnen ihre Mannschaften für die Saison gefunden haben und zweitens hat die Mannschaft auch schon so bewiesen, dass sie, wenn alles zusammenläuft, mit den anderen Teams mithalten kann. Wenn, dann passiert so etwas aus Zufall, weil jemand gerade in diese Gegend zieht und Anschluss an einen Verein sucht“.

Powilleit: „Das mit den Urlaubskollisionen wird immer wieder mal passieren. In dieser Saison lag es schlichtweg daran, dass der Rahmenspielplan keine 11er Staffel vorgesehen hat und die Spielerinnen sich bei ihrer Urlaubsplanung daran orientiert haben“.

„Den Druck müssen wir uns nicht machen“

Was passiert, wenn aus den nächsten Spielen nicht mindestens sieben Punkte geholt werden? Muss man dann den Abstieg in Kauf nehmen? Und sich von der Vision 2026 2. Bundesliga verabschieden?

Powilleit: „Den Druck müssen wir uns nicht machen. Wir denken und planen von Spiel zu Spiel. Den Abstieg nimmt man erst in Kauf, wenn rein rechnerisch nichts mehr möglich ist. Das Thema ist so weit weg. Wir Trainer müssen uns auf das Wesentliche konzentrieren und das ist der Ligaalltag.“

Stichwort Vision 2026: Lässt sich ein solches Projekt überhaupt vom Ehrenamt stemmen? Benötigt man dazu nicht einen sportlichen Leiter? Ließe sich in diesem Zusammenhang nicht noch einmal über Gunnar Schäfer nachdenken? 

Tinnefeld: „Als wir diese Vision ins Leben gerufen haben, war uns allen bewusst, dass dies sehr ambitioniert ist. Dennoch ist es absolut legitim, sich ein hohes Ziel zu setzen. Dass dies zunächst mit ehrenamtlich tätigen Personen anzustoßen sein würde, war auch allen klar. Mit Knut haben wir jemanden, der über seine Tätigkeit als Trainer auch als sportlicher Leiter fungieren soll und dabei ist, sich in dieses Themenfeld einzuarbeiten. Daher muss man jetzt nicht über eine andere Besetzung dieser Position nachdenken.“

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