Thema Sicherheit: Verwaltung und Schützenvereine suchen nach Lösungen

Schwerte. Schwere Fahrzeuge aus dem Fuhrpark der Stadt Schwerte könnten künftig bei Umzügen von Schützenvereinen als Wegsperren zur Verfügung gestellt werden. Zudem werden künftig Absperrmaterial und Verkehrszeichen auf dem Baubetriebshof in ausreichender Stückzahl für alle Vereine, die Umzüge durchführen, nach vorheriger Anmeldung und zur Selbstabholung bereitgestellt. Mit diesen Ergebnissen endete eine Besprechung im Schwerter Rathaus, zu der Bürgermeister Dimitrios Axourgos Vertreter aller sieben Schützenvereine aus Schwerte eingeladen hatte. Alle waren seinem Ruf gefolgt.

Schon im Juni hatte Frank Kayser, Vorsitzender im Bürgerschützenverein Wandhofen, die Sicherheitsauflagen reklamiert, die den Vereinen heutzutage zur Absicherung von Festumzügen auferlegt werden. „So wie es gerade mit Blick auf die Genehmigungen läuft, kann es nicht weitergehen“, hatte er auf dem Königball in Wandhofen gesagt. Immer mehr Restriktionen werde den Veranstaltern auferlegt. „So können wir das Thema Schützenfest in Zukunft vergessen“. Am Runden Tisch hatte Dieter Schmikowski, Oberste im Königreich, die Dinge auf den Punkt gebracht. „Die Schützenumzüge sollten nicht unmöglich gemacht werden, sondern sicher möglich“.

Polizei und Feuerwehr winken ab

Für die Sicherheit war zuletzt stets die Polizei zuständig. Doch die winkt mittlerweile ab. Das sei nicht deren Kernaufgabe, die in Gefahrenabwehr und Strafverfolgung bestehe, so der Leiter der Polizeiwache Schwerte, Andreas Vallieri, im Gespräch beim Bürgermeister. Auch die Freiwillige Feuerwehr sieht sich nicht in der Lage, Schützenumzüge zu begleiten.  Grund für diese Entscheidung ist ein Merkblatt zur Zuständigkeit von Feuerwehr und Polizei bei der Absicherung von Umzügen des  Verbands der Feuerwehren in NRW, in dem auf das haftungsrechtliche Risiko der jeweiligen Kommune hingewiesen wird. Bei den Schützen führen diese Entscheidungen verständlicherweise zu Verdruss. Sie machten beim Runden Tisch erneut deutlich, dass eine Absicherung der Umzüge weder rechtlich noch personell zu leisten sei. Das beeinträchtige das Schützenwesen.

Unterstützung zugesagt

Seitens der Stadtverwaltung wurde – siehe oben – Unterstützung im Rahmen der Möglichkeiten zugesagt. Der Bürgermeister will zudem die Bedenken aus Schwerte in die Bürgermeisterkonferenz bei Landrat Michael Makiolla, der auch Leiter der Kreispolizeibehörde ist, in diesem Jahr vorbringen. Es müsse eine kreisweit einheitliche Handhabung bei der Absicherung von Schützenumzügen und weiteren Veranstaltungen her, meinte Dimitrios Axourgos. Es könne nicht sein, dass in einigen Kommunen des Kreises Unna die Polizei bei Umzügen präsent sei, in anderen nicht.

Anfang des nächsten Jahres folgt eine weitere Einladung des Bürgermeisters an die Schützenvereine zu einem Runden Tisch, letztlich auch deswegen, um rechtzeitig vor der neuen Schützensaison eine zielgerichtete Verfahrensweise für Schützenumzüge mit allen Beteiligten abzustimmen. Denn auch der Stadtverwaltung ist daran gelegen, dass zukünftig die traditionellen Schützenumzüge stattfinden können. „Mir ist wichtig, dass wir gemeinsam nach Lösungsmöglichkeiten suchen“, so der Bürgermeister abschließend.

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Kommentare

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  • Angelika Schröder 4. September 2018 at 22:44

    Richtig. Schützenumzüge sollen unser kulturelles L3ben weiterhin bereichern und dafür auch die gewohnte Begleitung erhalten. Aber wir dürfen auch nicht unsere Kinder in den Kitas und Schulen vergessen, für die von diesen Institutionen St.Martinsumzüge, Karnevalsumzüge etc. veranstaltet werden. Für diese Kinder ist nicht nur der Umzug aufregend, sondern auch spannend, dass das Polizeiauto voraus fährt und für Wegessicherheit sorgt. Das schafft Vertrauen und wir sollten uns die Aussage „Die Polizei, Dein Freund und Helfer“ wieder in Erinnerung rufen und für solche kulturellen Veranstaltungen in die Tat umsetzen.
    Ich danke Herrn Axourgos für seine Aktivitäten und hoffe auf erfolgreiche Umsetzung zugunsten aller Vereine, Kitas und Schulen.

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