Streetworker für den Stadtpark genießen in der Politik Anerkennung

Schwerte. Die Arbeit von Mario Clausen und Natalie Stein findet in der Politik Anerkennung. Das wurde am Donnerstag im Generationenausschuss deutlich, als der Vortrag der beiden Streetworker im Verein für Soziale Integrationshilfen (VSI) auf fruchtbaren Boden fiel. Die Fakten zum Stadtpark präsentierten sie gemeinsam mit Jutta Pentling und Peter Blaschke, die ebenfalls zum VSI gehören, sich täglich mit der Situation beschäftigen und nach alternativen Anlaufstellen suchen.

Gerade das ist ein Kernprobleme in der Arbeit des VSI. Jetzt wird die Standortsondierung für eine Anlaufstelle dadurch erschwert, dass sich die Politik am Donnerstag von einem ihrer Meinung nach viel zu teurem Umbau der hinreichend bekannten Gebäude in der Margt-Röttger-Rath-Straße verabschiedet hat. „Leerstände in der Innenstadt sind nicht geeignet“, erklärte Jutta Pentling, die in der Standortsuche federführend ist und die sogar einen Makler kontaktiert hat.

„Jeder hat das Recht, sich im Stadtpark aufzuhalten. Jeder hat aber auch die Pflicht, sich dort ordentlich zu benehmen“

Angelika Schröder, Fraktionsvorsitzende der SPD

Kontaktpflege

Ansonsten werden Natalie Stein und Mario Clausen ihre aufsuchende Sozialarbeit fortsetzen. Rund 18 Monate machen sie das jetzt. In dieser Zeit haben sie es geschafft, zu 50 Menschen aus der Stadtparkszene Kontakt aufzunehmen. Sie alle gehören zu den Gruppen, die sich gerne und ausbiebig im Stadtpark aufhalten und dort in der Bürgerschaft sowie in der Nachbarschaft auch Ängste und Ärger hinsichtlich ungebührlichen Verhaltens (z.B. Urinieren im Park) der Szene auslösen. Deshalb auch unterhalten die Streetworker Kontakt zur Friedrich-Kayser-Schule, zum Haus am Stadtpark, zur ISG Bahnhofstraße und zu Anwohnern. Letztere beklagen immer wieder Ruhrstörungen, doch aufgelaufen sind beim Beschwerdemanagement der Stadt nur zwei Hinweise auf Ruhestörungen. Polizei und Rettungsdienst seien zwei Einsätze in den letzten Monaten gefahren, vier Ruhestörungen sind direkt beim VSI gelandet. „Es gibt keine Hinweise auf Belästigungen oder Gewalt gegen Dritte, es gibt auch immer freie Sitzmöglichkeiten“, sagten Mario Clausen und Natalie Stein in ihrer Präsentation.

„Wir bleiben dran“

„Die Diskrepanz zwischen den harten Fakten und weichen Faktoren weist aufgrund der Wesensverschiedenheit der Nutzer- und Interessengruppen des Stadtparks auf die Grenzen von Integrationsmöglichkeiten und einmal mehr auf die Notwenigkeit von Aufenthaltsalternativen hin“, heißt es in der Präsentation. Angeregt wurde auch eine veränderte Anordnung der Sitzmöglichkeiten und ein Umfeldmanagement in Zusammenarbeit mit dem Haus am Stadtpark. Am 8. Oktober wird die Projektgruppe Stadtpark das Thema weiter erörtern. Bis dahin und für die Zeit danach versprechen die Streetworker und der VSI: „Wir bleiben dran“.

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Kommentare

Comments

  • Bianca Dausend 16. September 2018 at 22:05

    Hallo Frau B., das, was Sie anführen, ist von mir ebenfalls im Generationenausschuss angeführt worden. Die Anzahl der Meldungen bzw. Beschwerden gibt keinen Aufschluss über die Intensität der Belästigungen. Der VSI hat dargestellt, dass es eine regelmäßige Sprechstunde vor Ort, ggf. in den Räumlichkeiten des Hauses am Stadtpark, geben soll. Dies auch deshalb, damit Anwohner und Gewerbetreibende die Möglichkeit haben, ihrem Unmut Luft zu machen und dazu beizutragen, die Situation positiv zu verändern. Die Streetworker sind auch für Sie als Anwohnerin Ansprechpartner und ich möchte Sie ermuntern, bei Problemen einen der beiden Streetworker zu kontaktieren. Wir werden die zahlreichen Probleme im und um den Stadtpark nicht innerhalb eines Monats lösen können, aber ich verspreche Ihnen, dass wir uns seitens der Politik für bessere Ergebnisse einsetzen werden. Gerne können Sie sich an mich wenden, wenn Sie Anmerkungen, Beschwerden oder Anregungen in Bezug auf den Stadtpark haben, ich nehme Ihr Anliegen ernst und werde alles mir Mögliche unternehmen, um die Situation nachhaltig zu verbessern. Viele Schwerter Grüße Bianca Dausend (Vorsitzende des Generationenausschuss im Rat der Stadt Schwerte)

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  • Monika B. 15. September 2018 at 9:12

    Ich bin direkte Anwohnerin des Stadtparks und finde es befremdlich, dass man anführt, das zu wenige Beschwerden wegen Ruhestörung und Belästigungen gibt. Wenn ich jede Belästigung durch Lärm, Ansammlung auf den Gehwegen (wo die Trinkerszene ein Bierspalier für Passanten gewährt mit großem Hallo), Ansprechen von jungen Frauen (u.a. meine Tochter) usw., hätte ich viel zutun. Als Anwohner der Innenstadt lebt man mit Lärm. Man hofft immer das es bald ruhig wird oder steckt sich Ohrstöpsel zum Schlafen in die Ohren ( insbesondere in Nächten in denen das Rattenloch seine Pforten öffnet).
    Wenn ich das lese, dann denke ich, sollten alle Anwohner bei der kleinsten Belästigung zum Hörer greifen? So sind wir Innerstädter aber nicht. Natürlich bin ich dadurch belastet, aber je mehr ich diesen Umständen Raum gebe, desto mehr belastet es mich und meine Familie. Ich habe meine Erlebnisse und Belästigungen an meine Vermieter weiter geleitet, die im Kontakt stehen mit dem VSI. In Zukunft werde ich wohl öfter zum Telefon greifen und somit Polizei und Ordnungsamt einschalten, damit man die Problematik ernst nimmt.

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    • Reinhard Streibel 16. September 2018 at 10:21

      Sehr geehrte Frau B. , als grünes Mitglied im Fachausschuss des Rates, über den Sie in Ihrem Kommentar schreiben, konnte ich sehr gut den Diskussionsverlauf verfolgen. Nach meinem Dafürhalten ging es nicht darum zu sagen, es gibt zu wenige Beschwerden!
      Stattdessen wurde gesagt, es gibt wenige schriftliche Beschwerden, aber man weiß um die „gefühlte Belästigungslage“. Nach meinem Verständnis wollte niemand beschwichtigen oder die Ängste und Befürchtungen von Anwohnern und Besuchern des Stadtparks abtun. Ganz im Gegenteil sind es ja gerade unter anderem auch die nicht schriftlich geäußerten Beschwerden, die uns als Grüne zusammen mit der CDU dazu veranlasst haben, eine Alternative für die Szene zu suchen, eine Anlaufstelle für diese Menschen zu schaffen. Leider wird das wohl in dem Objekt „Alte Güterhalle“an der oberen Margot-Röttger-Rath-Straße nicht zu verwirklichen sein. Aber wie Sie vielleicht gehört oder gelesen haben, haben wir mit einer Container-Lösung auf der so genannten Look’schen Wiese sofort eine andere Alternative zur Prüfung vorgeschlagen. Es wäre aus meiner Sicht ein guter Standort: in der Nähe des Bahnhofs, nicht zu weit weg von der Innenstadt und den Ärzten in Schwerte. Und ich bin sicher, bei der Szene würde dieser Standort für eine Anlaufstelle angenommen werden.
      Wenn es denn so käme, wäre das sicher eine Entlastung für den Stadtpark, was aber nicht heißt, für die Menschen aus der Stadtparkszene gäbe ein „Betretungsverbot“ im Stadtpark. Wir wollen die Menschen nicht vertreiben, sondern ihnen ein alternatives Angebot machen.
      Zusätzlich mit den Maßnahmen zur Kenntlichmachung der beiden Streetworker mit Namensschildern usw. sowie vermehrte Präsenz von Ordnungsamt und Polizei bin ich optimistisch, dass dieses Paket eine gute Lösung wäre.

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