Stellungnahme der Grünen: Das Auengrün muss wachsen

„Während bisher eine behutsame und nachhaltige Vorgehensweise für die Ruhrauen galt, soll nun ein so genannter „Freizeit- und Erholungsraum Ruhr“ entstehen, der (angeblich) die Ruhrwiesen zwischen B236 und Kanuverein „aufwerten“  und die Natur ertüchtigen soll – so eine  neue Beschlussvorlage der Verwaltungsspitze an den Rat der Stadt Schwerte.

Konkret bedeutet diese Planung eines erlebenswerten „Ruhrkorridors“ nach den Ausführungen der Verwaltungsspitze ein „Parkprogramm“, das den ganzen Überschwemmungsraum der Ruhr mit  „begehbaren Skulpturen“, mit einer Freilichtbühne, mit Open-Air-Sitzforen und Aussichtsbalkonen, mit Sportpfaden/ Fitnessräumen, Wasserspielplatz, einem Sonnendeck/Picknickplatz und einem Aussichtsturm bestücken wird. All dieses wird verbunden mit entsprechend zubetonierten Zuwegungen. Das wäre dann das Ende der für den Fluss und die Stadt so wichtigen Ruhrauen.

Geringe Chancen auf die IGA

Alles wird nur gemacht und in diesem Tempo gemacht, weil man glaubt, sich mit diesem Konzept an der IGA beteiligen zu können, obwohl die Chancen angesichts der bisherigen Bewerbungen sehr gering sind.

Mit der aktuellen Vorlage an den Rat beschreibt die Verwaltungsspitze eine Rolle Rückwärts mit erheblichen Veränderungen für die Ruhrwiesen und die Stadtentwicklung für die nächsten Jahrzehnte. Das vorgelegte Konzept ist gar nicht auf Schwerte zugeschnitten, sondern ein Allerwelt-Bespaßungskonzept, das möglicherweise für Brachflächen passt, aber auf keinen Fall für funktionierende Natur-Kulturlandschaften wie die Schwerter Ruhrauen. Hier werden die traditionellen und funktionierenden Zusammenhänge zerschnitten und damit zersört.

Gegen Entwicklungskonzepte dieser Art

Das Konzept war dem Rat bisher nicht bekannt und auch nicht angekündigt, es wurde erst am 5.9.2018 veröffentlicht –  und ist bisher auch nicht mit den Bürgerinnen und Bürgern diskutiert worden. Das konterkariert alle Bemühungen Richtung Bürgerkommune drastisch.

Die GRÜNEN sprechen sich nachdrücklich gegen „Entwicklungskonzepte“ dieser Art aus.
Die Ruhrauen mit der behutsamen Erschließung durch den Ruhrtalradweg und den verträglich eingebundenen Anliegern Kanuverein/ Rohrmeisterei müssen in ihrer derzeitigen Form erhalten bleiben, und damit in ihrer wichtigen Bedeutung für den Fluss und das Stadtklima geschützt werden. Die Ruhrauen müssen Hochwasserschutzgebiet und ursprünglicher Naturraum bleiben; sie müssen als Kalt- und Frischluftschneise weiterhin ihre wichtige Funktion erfüllen können. Wir brauchen einen maximalen Schutz der bestehenden Ruhrwiesenlandschaft.

Die Grünen sprechen sich für ein deutliches Gegenkonzept aus: Das Auengrün der Ruhr muss in die Stadt wachsen, nicht die Stadt-Steine  in  die Auen. Das ist unser Alleinstellungsmerkmal.“

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