Niklas Malcharczyk – Ein Schwerter gehört zu den sechs besten jungen Klarinettisten Deutschlands

 Von Martin Krehl

Schwerte. Erstmal bleibt er, wie er schon immer war. Niklas Malcharczyk meint, er sei eigentlich ganz normal: „Ich kann auch mal überhaupt nichts tun, das brauche ich.“ Wie andere 13jährige Schuljungs auch. Was ihn aktuell gerade etwas „besonders“ macht und ein bisschen bekannter, das ist der Super-Erfolg beim Bundeswettbewerb Jugend musiziert in Lübeck. Er gehört zu den sechs besten Klarinette-Spielern seiner Altersklasse in ganz Deutschland!

An der Musikschule fing alles an

Alles begann so, wie die Begegnung mit Musik und Instrumenten bei Kindern in Schwerte immer beginnt: Beim Tag der Offenen Tür der städtischen Musikschule sollte sich damals auch der kleine Niklas ein Instrument anschauen, ganz unverbindlich. „Die Klarinette war meins, sofort“, erinnert sich der sympathische Bursche noch genau. Mit der Klarinette startete er an seiner Grundschule das JeKi-Abenteuer, „jedem Kind ein Instrument“ hieß das Förderprogramm der NRW-Landesregierung seinerzeit.

Und wie diese Klarinette dann „seins“ wurde! Gruppenunterricht reichte nicht, Einzelstunden mussten bald her. Dann trat mit Martin Bewersdorff das große Vorbild als Lehrer auf den Plan. Bewersdorff ist Dortmunder Philharmoniker und Dozent an der Musikhochschule Düsseldorf. „Da darf ich manchmal als Besucher hin“, Niklas Malcharczyk ist stolz darauf so einen guten Lehrer erwischt zu haben.

Im Dortmunder Jugendorchester

Gute Leistungen und ordentliche Fortschritte sind Bewersdorffs Werk; Niklas spielt inzwischen im Dortmunder Jugendorchester und in der Jungen Bläserphilharmonie NRW. Die kommen immer blockweise an Wochenenden irgendwo in einer Jugendherberge oder einem Bildungshaus zusammen: „Und wir machen Auslandsreisen – nächstes Jahr geht es nach Argentinien!“ Da käme Niklas sonst sicher niemals hin, aber dass diese Reise kein Urlaub wird, das ist schon klar.

Wie überhaupt klar ist, dass zur Beherrschung eines Instrumentes zuallererst irre viel Disziplin gehört: „Jaja, ich übe jeden Tag, eine bis eineinhalb Stunden sehr konzentriert“. Der Preis für den Fleiß ist ein zeitlich etwas weniger intensiver Kontakt mit seinen Freunden: „Das ist eben so, das wissen die auch.“ Richtiger Freundschaft tut das ja auch keinen Abbruch…

Facettenreiches Instrument

Dass die Klarinette so facettenreich einsetzbar ist, das gab und gibt den Ausschlag. Zwischen Klassik, Jazz und neuer Musik ist da ja alles denkbar. Und spielbar. „Ja, es ist schon anstrengend, auch wenn es vielleicht nicht so aussieht“, erklärt der junge Bundessieger bereitwillig: „ Es gehört eine bestimmte Lippenspannung dazu und druckvolles Blasen, jedenfalls viel, viel druckvoller als bei einer Blockflöte“.

Niklas nimmt seine Klarinette, ein Erwachsenen-Modell übrigens, auch mit in den Urlaub, wenn es geht: „Das ist nicht bloß ein Hobby“, argumentiert der 13jährige, „ ich sehe das als eine Art Beruf. Ich bin ja auch eine Verpflichtung eingegangen, ich muss weiter arbeiten, wenn es Sinn machen soll. Mein Lehrer muss sich auf mich verlassen können, meine Eltern auch“.

Gelassen und routiniert

Die „olle Tröte“ einfach in die Ecke stellen und mal ganz was anderes machen – das will sich Niklas auf gar keinen Fall erlauben. Zugegeben, die sanften Erinnerungen seiner Mutter das Üben nicht zu vernachlässigen, die brauche er schon. Aber Druck, den spüre er so gar nicht, nein.

„Ob die Musik und speziell das Klarinettenspiel ein Beruf für ihn sein kann, weiß Niklas Malcharczyk noch nicht: „Ich schließe das nicht aus, das wäre natürlich supertoll“. Beim traditionellen Eine-Welt-Schülerkonzert an seinem Ruhrtalgymnasium stand Niklas natürlich auch als Solist im Rampenlicht. Niklas spielt sehr routiniert, sieht dann eher gelassen als lampenfiebernd aus. Dann musste er mittendrin husten. Kann passieren. Niklas hat sich brav und grinsend, aber knapp beim Publikum entschuldigt und an gleicher Stelle die wenigen Takte bis zum Liedschluss weitergespielt. Sehr professionell.

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