Nach der Begehung: Öffentliche Toiletten im Atombunker unter dem Markt kann es nicht geben

Schwerte. Sind die Toilettenanlagen im Bunker unter dem Marktplatz nutzbar oder nutzbar zu machen? Können sie für Großveranstaltungen wie dem Welttheater der Straße oder dem Pannekaukenfest dem Bürger zur Verfügung gestellt werden? Mit diesen Fragen war Jürgen Paul, Vorsitzender der Schwerter Seniorenunion, an die Öffentlichkeit gegangen. Seit Freitag weiß er: Die Toilettenanlagen in der Tiefgarage können nicht genutzt werden, weil es sie gar nicht gibt.

Besuch vor Ort: Thomas Buhl, Thomas Lichteiker, Hans-Dieter Hoffmann Herbert Dieckmann und Jürgen Paul (v.l.).

Das ist das Ergebnis einer Begehung, zu der Jürgen Paul nicht nur die Medien, sondern auch Vertreter des Hansevereins eingeladen hatte. Der Hanseverein richtet bekanntlich das Pannekaukenfest aus. Aber auch die Vorständler Herbert Dieckmann und Thomas Buhl mussten wie auch Jürgen Paul schon beim Gesprächsauftakt feststellen, dass sich dieser Plan nicht umsetzen lässt. Denn Thomas Lichteiker und Hans-Dieter Hoffmann vom Zentralen Immobilienmanagement der Stadt Schwerte wissen, dass 1979/80 beim Bau des Atombunkers auf Trockentoiletten gesetzt wurden.

19 Trocken-WCs für 1685 Menschen

19 Trockentoiletten wie dieses stehen für den Ernstfall zur Verfügung.

So gibt es auch heute noch 19 dieser Trocken-WCs, die im Falle eines Falles herhalten müssten für die 1685 Menschen, die im Bunker  auf 3370 Quadratmetern Platz finden würden – zwei Quadratmeter pro Person, die ihre Geschäfte in durch Plastikvorhänge abgehängten Einheiten erledigen müssten. 80.000 Müllbeutel sind für diesen Zweck eingelagert. Die technischen Vorrichtungen für einen Bunkerbetrieb gibt es noch wie tragbare Lampen, ein Notstromaggregat, einen Filterraum und und und. Denn noch ist der Bunker nicht außer Betrieb genommen. Gleichwohl gibt es seitens der Stadt keinen Bunkerbetriebsdienst mehr, und die letzte Übung liegt auch schon 32 Jahre zurück.

Der Filterraum

Mit der Kirche sprechen

Selbst wenn der vordere Teil der Tiefgarage noch als Bunker funktionieren würde, von seiner Idee einer Toilettennutzung muss sich Jürgen Paul trennen. Ist er enttäuscht? „Natürlich hatte ich mir erhofft, dass hier unten eine Toilettenanlage vorhanden gewesen wäre, die man durchaus hätte nutzen können“, sagt der Vorsitzender der Seniorenunion. „Aber weil im Vorfeld schon viel spekuliert worden ist, habe ich schon damit gerechnet. Es gibt also hier keine Toiletten für unsere Großveranstaltungen. Jetzt müssen wir gegebenenfalls noch einmal den Weg über die Kirche gehen, ob deren Toiletten unter dem Kirchhof freigegeben werden können“.

Wann kommt die Toilette in der Eintrachtstraße?

Denn: „Das Thema Toiletten läst die Schwerter Bürgerinnen und Bürger nicht mehr ruhen“, unterstreicht Jürgen Paul. „Wann kommt endlich die versprochene Toilette in der Mitte der Stadt, werde ich immer wieder gefragt, die Mittel sind doch im Haushalt eingestellt“ – und zwar für eine Toilettenanlage in der Eintrachtstraße. Jürgen Paul: „Die Senioren-Union bittet die Verwaltung herzlich um Prüfung der Machbarkeit und einen Termin der Umsetzung.“

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