Mehr Frauen zur Feuerwehr: Anja Mohri und die neue Strategie in Schwerte

Schwerte. Anja Mohri ist Feuerwehrfrau mit Leib und Seele. Sie löscht, birgt, schützt und rettet. Erst am Montagabend hat sie bei dem schweren LKW-Unfall auf der A1 den 44-jährigen schwerst in seinem demolierten Fahrerhaus eingeklemmten Portugiesen medizinisch und psychologisch versorgt, der den Unfall verursacht hatte und bei dem ein Mensch ums Leben gekommen ist. Weil sich die Bergung als außerordentlich schwierig erwiesen hat, hat die 33-Jährige mehr als drei Stunden neben dem Fahrer verbracht. Denn Anja Mohri ist nicht nur hauptamtliche Brandmeisterin in der Schwerter Feuerwehr, sie ist auch Rettungsassistentin – und als Frau genau die Richtige für die Schwerter Feuerwehr.

Denn es sollen mehr Frauen den Weg zur Feuerwehr finden, sich hauptamtlich an der Lohbachstraße oder freiwillig in einem der vier Löschzüge (Mitte, Villigst, Ergste, Westhofen) oder in einer der zwei Löschgruppen (Geisecke, Wandhofen) engagieren. Derzeit gibt es nur 15 Feuerwehrfrauen unter den insgesamt 207 Einsatzkräften der Schwerter Feuerwehr. In der hauptamtlichen Wache sind es lediglich zwei: Petra Riße und eben Anja Mohri, die im Oktober 2016 Brandmeisterin wurde. Sie sollen jetzt Teil einer Strategie werden, mit der Frauen der Dienst in der Feuerwehr schmackhaft gemacht werden soll. „Es ist toll, wenn Frauen ihren Hut in den Ring werfen“, erklärte am Dienstag im Medientermin Gabriele Stange, Referentin des Bürgermeisters. „Das ist gut fürs Alltagsgefüge innerhalb der Feuerwehr“.

Gleichstellungsbeauftragte wirbt für Feuerwehr

Mehr Frauen in die Feuerwehr – dafür werben Wilhelm Müller, Anja Mohri, Gabriele Stange und Birgit Wippermann (v.l.).

An ihrer Seite steht Birgit Wippermann, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Schwerte. Sie nutzt den Start der Bewerbungsphase, um für Frauen in der Feuerwehr zu werben: „Wir wollen neue Wege gehen, um sie für den Job zu begeistern“, sagt sie. Dass sich Job und Familie vereinbaren lassen, beweist Anja Mohri. Sie ist verheiratet, hat zwei Kinder im Alters von acht und zehn Jahren. Ihr Mann ist übrigens auch bei der Feuerwehr, arbeitet für die Berufsfeuerwehr Wuppertal. Deshalb wohnt die Familie quasi auf halbem Weg in Wetter. „Ich hatte eine Ausbildung zur Rettungsassistentin absolviert“, erzählt die sympathische Frau. „Dabei bin ich zur Feuerwehr in Kontakt gekommen und war schnell sicher: Da möchte ich auch hin. Nachdem ich mich mit den Einstellungsvoraussetzungen vertraut gemacht  und die notwendige Fitness erlangt hatte, fühlte ich mich bereit. Ich habe es zu keiner Zeit bereut.“

Bewerbungsfrist endet im August

Zum 1. April 2019 stellt die Stadt Schwerte wieder zwei Brandmeisterinnen oder Brandmeister ein. Bis zum 28. August können die Bewerbungsunterlagen eingeschickt werden – übrigens auch von Männern. Die Adresse ist:

  • Stadt Schwerte – Der Bürgermeister
  • Hansestadt an der Ruhr
  • Verwaltungsservice/Personal
  • Postfach 1729
  • 58212 Schwerte

Für fachliche Informationen steht Wilhelm Müller, Leiter der Schwerter Feuerwehr, unter der Rufnummer 02304/932230 zur Verfügung. Eine erste Auskunft hat er bereits am Dienstag gegeben. 18 Monate sind Brandmeisteranwärter- und anwärterinnen in einer benachbarten Berufsfeuerwehr im Einsatz. Sie schließen mit der Laufbahnprüfung ab. Darin enthalten ist auch die Ausbildung zum Rettungssanitäter oder zur Rettungssanitäterin. „In den Bereichen Rettungsdienst, technische Hilfeleistung, Brandbekämpfung und Katastrophenschutz leisten die Feuerwehrmänner und Feuerwehrfrauen für die Gesellschaft in Zukunft einen unverzichtbaren Dienst“, so Wilhelm Müller.

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