Lecker Nachtschnittchen

Schwerte. Hmmmm, noch nie ein Nachtschnittchen gegessen. Echt lecker, echt doll! Habe am Dienstagabend gar nicht bemerkt, dass Tante Gerda sie schon letzte Woche geschmiert hat, bevor sie sich nach Liechtenstein verkrümmelt hat. Vermutlich lag’s am Räucherschinken. Gürkchen halten ja auch ein bisschen länger. War echt gut, dieses Nachtschnittchen! Und das bezieht sich nicht nur auf Tante Gerdas Stulle, sondern auf die gesamte Veranstaltung gleichen Namens. Helmut Sanftenschneider hatte excellent aufgetischt am Dienstag in der Rohrmeisterei, wo knapp 130 Menschen ihren Spaß hatten und nicht nur Jochen aus Lünen.

Die Publikumsnummer mit Waltraud.

Jochen war nur der erste, den sich Helmut Sanftenschneider ausgesucht hatte. Er sucht den engen Kontakt zum Publikum, kitzelte aus Jochen heraus, dass keine seiner drei Begleiterinnen seine Ehefrau war und er den Abend zum Geburtstag geschenkt bekommen hatte. Aber es war nicht Jochen, den der Zeremomienmeister des Comedy- und Kabarettabends zur obligatorischen Publikumsnummer auf die Bühne bat, es war Waltraud. Und die hat ihre Sache echt gut gemacht, auch wenn einer aus dem Publikum leise vor sich hinsinnierte: „Was soll ich mit der Waltraut, wenn sie sich nicht in’n Wald traut“.

Fesselnde Gäste

Meine Arme, Heikos Arme? Christopher Köhler mit Gast.

Aber Sanftenschneiders Gäste trauten sich auf die Bühne und fesselten ihre Publikum. Matthias Reuter haut den Boogie Woogie in die Tasten, beweist eine herrlich erfrischende kabarettistische Ader und gesteht den Gästen sein NRW-Abitur (Schnitt 2,3) und den geheimen Wunsch, zur Eröffnung des Berliner Flughafens zu spielen – ob der 41-Jährige dazu nicht schon ein bisschen zu alt ist? Christopher Köhler trickste magisch mit dem Maler Michael aus

Kommt am 13. November wieder: Helmut Sanftenschneider.

Schwerte, lieh sich von Heiko (nein, nicht der Heiko) die Arme und machte Jochens Wunschkarte, die Pik 7, zum Clou des Abends, zum Dokument seiner zauberhaften Fähigkeiten. Und Michael Eller bewies sein dialektisches Talent, als er über ein Ereignis aus Wien berichtete, als er nachts auf einer Parkbank saß und hörte, wie ein Mann zu seiner weiblichen Begleitung sagte (schalten Sie jetzt bitte ihr Gehör auf wienerisch): „Du, ich habe gerade eine Sternschnuppe gesehen. Habe ich jetzt nicht einen Wunsch frei?“ „Nix“, entgegnet sie, „es bleibt bei 50 Euro“.

Wer Helmut Sanftenschneider und seine Ruhrgebietsshow am Dienstag verpasst hat, kommt am 13. November noch einmal in den Genuss. Die Namen seiner Gäste sind noch nicht bekannt. Aber habe ich da nicht eben eine Sternschnuppe gesehen? Matthias Reuter darf’s ruhig noch einmal sein.

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