Landesweiter Warntag: In Schwerte heulen am 6. September die Sirenen

Schwerte. Am 6. September werden in Schwerte die Sirenen heulen. Und nicht nur in Schwerte. Landsweit wurde in NRW ein Warntag festgelegt, der künftig jährlich immer am ersten Donnerstag im September stattfinden wird. Das geht zurück auf einen Runderlass „Warnung und Information der Bevölkerung in Brand- und Katastrophenschutz“ aus dem Innenministerium des Landes. Ziel des Warntages ist es, die Bevökkerung für das Themenfeld Warnung zu sensibilisieren. Denn häufig wissen die Bürgerinnen und Bürger nicht mehr, was Warsignale bedeuten und wie man sich im Ereignisfall richtig verhält.

Sirenen in Schwerte? Gibt es die überhaupt noch? Schon vor gut 20 Jahren sind nahezu alle Zivilschutzsirenen im Stadtgebiet abgebaut worden. Die Feuerwehr ist mittlerweile dazu übergegangen, digitale Alarmierungen auszusenden, die heute jeden Feuerwehrmann und jede Feuerwehrfrau über ein kleines Empfangsgerät erreichen. Sirenenalarme hat es somit lange nicht mehr gegeben, und es ist sehr wahrscheinlich, dass es heutzutage junge Erwachsene gibt, die in Schwerte noch nie eine Sirene haben heulen hören.

Aber es gibt sie noch, und zwar an 16 Standorten in Schwerte, wie Olaf Patzke, stellvertretender Leiter der Schwerter Feuerwehr, zu berichten weiß. Diese 16 Standorte reichen aus, um Bürgerinnen und Bürger der Ruhrstadt flächendeckend zu warnen. Überwiegend gibt es noch die alten Sirenenpilze, aber an bestimmten Standorten wie zum Beispiel auf dem Dach des Friedrich-Bährens-Gymnasiums sind moderne Hochleistungssirenen installiert worden, die ein Vielfaches der Leistung früherer Sirenen erreichen.

Immer und überall zu hören

Olaf Patzke ist stellvertretender Leiter der Schwerter Feuerwehr. Die Ruhrstadt macht mit beim landesweiten Warntag am 6. September.

Fachleute hegen mittlerweile keinen Zweifel mehr daran, dass sie vorgehalten werden sollten. „Sirenen sind immer und überall zu hören“, sagt Olaf Patzke, stellvertretender Leiter der Feuerwehr Schwerte. Gerade in den Nachtstunden seien im Regelfall Fernseher und Radio ausgeschaltet. Der markante Heulton einer Sirene sei davon unabhängig und werde die Einwohner Tag und Nacht erreichen. Olaf  Patzke erläutert: „Gerade bei Großschadenslagen, beispielsweise bei Unwettern, benötigen wir ein leistungsfähiges flächendeckendes Warnsystem“.

Dieses Warnsystem gibt es nicht in allen Städten NRWs. 105 Gemeiden besitzen keine Sirenen, weist das Sirenenkataster des Landes aus. „In Dortmund beispielsweise wäre auch eine Information über die vom Land betriebene Gefahren-Warn-App „NINA“ nicht möglich“, berichtet die Rheinische Post in einem Onlinebeitrag vom 5. Juli. Man habe noch keine Anbindung an das System“, erklären die Dortmunder. „Darum bleibt der Feuerwehr dort derzeit nichts anderes übrig, als im Gefahrenfall im Feuerwehrauto durch die Straßen zu fahren und Lautsprecherdurchsagen zu machen“. Im Ernstfall binde das Kräfte.

Rettungsleitstelle löst aus

Deshalb können sich Schwerterinnen und Schwerter glücklich schätzen, dass die Kommune hier dieses Warnsystem vorhalte, um auf Großschadenslagen zu reagieren. Angesteuert werden die Sirenen von der Rettungsleitsstelle des Kreises Unna. Ist ein auf- und abschwellender Heulton zu hören, sollen Bürgerinnen und Bürger geschlossene Räume aufsuchen, Passanten bei sich aufnehmen, Türen und Fenster geschlossen halten und Radio, Fernsehen und Internetinformationsquellen aktivieren. Die Warn-APP „NINA“ (Notfall-Informations- und Nachrichten-App des Bundes) kann sich jeder auf sein Smartphone laden. Auch diese App wird am 6. September eine Probewarnmeldung versenden.

Der Probealarm beginnt mit einem einminütigen Dauerton, der im Ernstfall Entwarnung bedeutet. Danach folgt eine fünfminütige Pause. Anschließend ist ab 10.06 Uhr ein einminütiger auf- und abschwellender Heulton zu hören.  Dabei handelt es sich um das eigentliche Warnsignal, das bei einem echten Notfall auf eine Gefahrenlage hinweist. Nach einer weiteren fünfminütigen Pause schließt um 10.12 Uhr ein einminütiger Entwarnungsdauerton den Probealarm ab.

  • 1993 trennte sich der Bund für Zivilschutz von seinem Sirenennetz, das 80.000 Standorte umfasste.
  • Nach dem Ende des Kalten Krieges wurde den Gemeinden das Sirenensystem zur Übernahme angeboten.
  • Doch wurde das Vorhalten von Sirenen und deren Instandhaltung zu einem zu hohen Kostenfaktor.
  • Deshalb wurden vielfach die Sirenen von den Dächern geholt.
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