IHK-Wirtschaftsgespräch: Schwerter Unternehmen zufrieden

Schwerte. Zum traditionellen Wirtschaftsgespräch der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Dortmund konnte das Vollversammlungsmitglied Martin Kolöchter rund 90 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Unternehmen, Politik und Verwaltung in der Rohrmeisterei begrüßen.

In seiner Begrüßung zeigte sich Kolöchter hocherfreut über die hohe Teilnehmerzahl: „Das ist eine Rekordbeteiligung, damit sind wir Top im Kreis Unna und mit Hamm auf Augenhöhe.“ In seiner Einleitung nutzte er die Gelegenheit für die Vollversammlungswahl im Oktober und November zu werben. Für einen Sitz im Parlament der Wirtschaft bewerben sich aus Schwerte Tina Risse-Stock, Philip Halbach, Jörg Prüser, Martin Kolöchter sowie als Erstbewerber Jörg Quecke und Tim Hermes. „Sechs Bewerber, das ist ein Spitzenwert für eine Kommune“, so Kolöchter. In einem sechsminütigen Imagefilm wurde die Wichtigkeit der ehrenamtlichen Tätigkeiten für die Wirtschaft unterstrichen.

Zur Arbeitsmarktlage in der Ruhrstadt konnte Kolöchter berichten, dass die Arbeitslosenquote mit 6,1 Prozent die niedrigste im Kreis Unna ist, und die Stadt mit 13.200 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, so viele aufweisen kann, wie vor 30 Jahren. Und auch die Schwerter Unternehmen seien zufrieden: „93 Prozent geben ihre Geschäftslage als gut oder befriedigend an.

Urkunden für Erstausbilder

Die Schwerter Unternehmen GB Holding GmbH, der Fahrradfachmarkt Schwerte, die NOSTA-Transport GmbH, Schmolke & Schulte GmbH & Co. KG und TGEG, Technischer Groß- & Einzelhandel Gaida e.K. bilden zum ersten Mal aus und wurden von der IHK mit Urkunden geehrt.

Martin Kolöchter (re.) überreichte David Gomez, Geschäftsführer der NOSTA-Transport GmbH die Urkunde. Foto: Christel R. Radix

Wünsche an die neue Landesregierung

Dann trat IHK-Hauptgeschäftsführer Stefan Schreiber ans Rednerpult und berichtete über seinen Rollentausch mit Bürgermeister Heinrich Böckelühr, der aus terminlichen Gründen nicht an dem Wirtschaftsgespräch nicht teilnehmen konnte. Des Weiteren formulierte Schreiber seine Wünsche an die Koalitionspartner CDU und FDP, die die neue Landesregierung stellen werden. Er beklagte die Wirtschaftskenntnisse der Schüler aus der 10. Klasse: „Sie wissen nicht wie Wirtschaft funktioniert. Was vermittelt wird, ist zu wenig.“ Was könne man Unsinniges, oder wo könne man zehn oder 15 Prozent streichen, um in den Schulen den Stellenwert der Wirtschaft Bedeutung zu verleihen.

IHK-Hauptgeschäftsführer Stefan Schreiber berichtete über seinen Tag als Schwertes Bürgermeister. Foto: Christel R. Radix

Die Verkehrsinfrastruktur mit der A1-Anschlussstelle in Lichtendorf und der Ausbau der B 236 stünden ebenso auf seiner Wunschliste wie die Investition in die Digitalisierung der Kommunen, Gemeinden, Städte, aber auch in den Schulen.

„Flüchtlingssituation hat sich beruhigt“

Hans-Georg Winkler, Erster Beigeordneter der Stadt Schwerte, berichtete über die Entwicklung der Flüchtlingslage in Schwerte. „2015 haben wir 700 aufgenommen, 2016 waren es 248 und in 2017 bisher keine.“ Insgesamt leben in Schwerte 871 Flüchtlinge, davon 529 männliche und 342 weibliche, darunter 302 Kinder unter 18 Jahren. „Das ist eine Herausforderung an uns als Kommune. Wir sind zuständig für Kindergärten und Schulen.“

Die Versorgung mit Kita-Plätzen sei zum 1. August 2017 sichergestellt: „Wir können alle Flüchtlingskinder integrieren.“ Probleme gäbe es bei der Sprache. „In der Primärstufe ist es problemlos, in der Sekundarstufe weniger. Ich würde mir wünschen, dass es eine Auffangklasse geben würde, um die Sprachbarrieren abzufangen.“ Schwierig gestalte es sich auch auf dem Arbeitsmarkt: „Von Mai 2016 bis Mai 2017 sind von rund 500 Flüchtlingen 21 in den Arbeitsmarkt integriert worden, davon 14 in den ersten und sieben in den zweiten.“ Hier sieht Winkler auch das Problem der Sprache: „Eine Reihe von Sprachkursen werden gefördert, doch nicht jeder Flüchtling hat eine Zulassung.“

Niveau der Wohnungseinbrüche hoch

Über die Kriminalität im Kreis Unna, respektive in Schwerte berichtete Landrat Michael Makiollo. „Die Kriminalitätslage hat sich im gesamten Kreisgebiet und Schwerte sehr gut entwickelt.“ Die Gewaltkriminalität sei zwar leicht rückläufig, aber immer noch zu hoch. „Das Niveau der Wohnungseinbrüche ist gerade in Schwerte zu hoch.“ Durch die gute Infrastruktur und die damit gute Erreichbarkeit, könnten überregional aktive Banden, meist Rumänen und Bulgaren, schnell ihren kriminellen Aktivitäten nachgehen und wieder verschwinden. „Wir haben nur Chancen, wenn wir Festnahmen auf frischer Tat haben.

Makiolla ging auch auf den Vorfall am 29. Mai, um 19.30 Uhr ein, als ein Zeuge beobachtet wie eine Frau einem Kind mit der Faust ins Gesicht schlug. Der Zeuge rief die Polizei, doch es kam kein Streifenwagen. „Eine Stunde vorher waren noch acht Streifenwagen in Schwerte gebunden. Zum Zeitpunkt des Vorfalls nur noch drei. Wir hatten zu diesem Zeitpunkt 55 Einsätze im Kreisgebiet, was an und für sich ungewöhnlich ist. Da sind wir an unsere Grenzen gestoßen und ich kann nicht sagen, dass das nicht wieder passieren kann.“ Der Zeuge habe alles richtig gemacht. Die schlagende Frau sei inzwischen ermittelt.

Wachsendes Problem: Cyberkriminalität

Über das Thema „Virtueller Einbruch, realer Schaden – Gefahren durch Cyberkriminalität referierte Karsten Kutowski von der IHK-Gesellschaft für Informationsverarbeitung. „Cyber-Einbrüche sind ein wachsendes Problem und verursachen vielfach hohe Schäden bei den Betroffenen. 51 Prozent der deutschen Unternehmen waren im letzten Jahr betroffen. Laut Bitkom betrug der Schaden in 2014 1,6 Prozent des Bruttoinlandproduktes.“ Es gehe den Tätern meist um Geld, das durch den Diebstahl von Daten und deren Veräußerung verdient werde. Kutowski erklärte, wie man sich schützen kann und was nach einem Hackerangriff zu tun sei.

Werbegemeinschaft Schwerte

Kim-Laura Breer, Vorstandmitglieder der Werbegemeinschaft, stellte deren Arbeit und Aktivitäten in einer Präsentation vor. Eine große Herausforderung sieht sie darin, dass „dass verkaufsoffene Sonntag nur noch in Verbindung mit Volksfesten stattfinden dürfen.“ Breer hob hervor, dass die Mitglieder der Werbegemeinschaft ehrenamtlich arbeiten, um Schwerte attraktiv zu machen.

 

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