Highlights der Proms begeistern Rohrmeisterei-Publikum

Schwerte. Es war zwar nicht die Royal Albert Hall, doch das Proms-Konzert am Freitagabend in der Rohrmeisterei, präsentiert von der Konzertgesellschaft unter Mitwirkung des Chores der Konzertgesellschaft, dem Oratorienchor der Stadt Kamen, der Neuen Philharmonie Westfalen, der Sopranistin Hiltrud Kuhlmann, des Tenors Stephan Boving, des Trompeters Peter Mönkediek, unter der Gesamtleitung von Franz-Leo Matzerath, war ein erstaunliches Musikfest, das keine Wünsche offenließ und die Gäste zur Beifallsstürmen hinriss.

„Highlights der Proms“, Klassiker aus Opern- und Konzerthäusern war der Titel. Auf dem Programm standen beliebte klassische Werke – Ohrwürmer, also Musikstücke, die den Hörern lange in Erinnerung bleiben. „Franz-Leo Matzerath hat sich vorgenommen, heute kein Stück erklingen zu lassen, von dem sie noch nicht einmal einen Ton gehört haben“, begrüßte Roland Vesper, Hornist der Neuen Philharmonie, der voller Esprit und humorvoll durch das Programm führte.

Musikalische Leckerbissen

Fulminant eröffnete das große Ensemble mit der Ouvertüre aus Georges Bizet Oper Carmen – ein brillanter Einstieg und der Beginn eines Konzertes, das zu einem musikalischen Leckerbissen avancierte. Lachen provozierte der Einsatz einer Schreibmaschine bei Leroy Andersons „La maquina de escribir“, bei der der Anschlag der Tasten, die Glocke und der Wagenrücklaufmechanismus ein wichtiger Bestandteil des Werkes sind – Orchester und Schreibmaschine: ein spektakulärer Effekt. Übrigens ist vielen dieses Lied aus einem Film mit Jerry Lewis bekannt.

Sopran und Tenor nahmen das Publikum gefangen

Klangschön und voller Reinheit interpretierten die Sopranistin Hiltrud Kuhlmann und Tenor Stephan Bovin Arien und Melodien aus Oper und Operette.

In bekannten Opernarien und Operettenmelodien kamen die Sopranistin Hiltrud Kuhlmann  und der Tenor Stephan Bovin zu ihren glanzvollen Einsätzen. Darunter die Sopran-Arie „O mio babbino cara“ (Oh mein lieber Papa) aus Giacomo Puccinis Oper Gini Schicchi, Melodien aus Operetten von Franz Lehar (Land des Lächelns, Die Lustige Witwe), von Paul Linke (Frau Luna) und Emmerich Kálmán (Die Csardasfürstin). Hingebungsvoll, mit voller Reinheit ließ Hiltrut Kuhlmann ihren Sopran erklingen. Stimmgewaltig intonierte der Tenor Stephan Bovin. Prägnant spiegelten Hiltrud Kuhlmann und Stephan Bovin in dynamischen Variationen und sprachlich akzentuiert ihre Duette.

Herausragender Solotrompeter

Peter Mönkediek ließ seine Solotrompete strahlen.

Und dann das Trompetenkonzert Es Dur, 3. Satz, von Joseph Haydn. Die Solotrompete wurde gespielt von Peter Mönkediek der zu den herausragenden Trompetern in Deutschland und darüber hinaus zählt, der beim WDR-Sinfonieorchester und regelmäßig im Festspielorchester der Bayreuther Festspiel im Rahmen der jährlichen Richard Wagner Festspiele spielt und „das Beste ist, was man verpflichten kann“, so Matzerath. Sein strahlender solistischer Auftritt löste jubelnden Applaus aus.

Wunderbares Konzert endet mit Krönungsode

Highlights über Highlights: Der Gefangenchor aus Nabucco, der Triumphchor aus Aida, der Zigeunerchor aus Troubadour, Stars and Stripes for Ever Marsch von Philip Sousa, Jacques Offenbachs Can Can („Die Damen verzichten darauf, die Beine zu schmeißen und die Röcke zu heben. Im Gegensatz zu Franz-Leo, der sich seines Frackes entledigt hat“, witzelte Roland Vesper). Wie auch in London stand Edward Elgars „Pomp and Circumstance March No. 1“ am Ende des Konzerts, das mit dem Schlusschor „Land of Hope and Glory“, zu dem das Publikum mit Text versorgt zum Mitsingen eingeladen war, endete.

Die Halle 3 wurde zur Bühne von Ohrwürmern – Klassikern aus Opern- und Konzerthäusern, und ein Fest für die Sinne. Die gekonnten Darbietungen der Chöre, Solisten und Instrumentalisten, allesamt hochkarätige Musiker, unter großer dirigistischer Leistung von Franz Leo Matzerath bescherten den Konzertbesuchern einen mitreißenden Abend in einem Fluss, der mit viel Applaus gefeiert wurde.

Die nächsten Konzerte, präsentiert von der Konzertgesellschaft:

Sonntag, 1. Juli, 11 Uhr, Sternstunden am Bösendorfer mit Andrey Gugnin

Sonntags, vom 15. Juli bis 19. August, 17 Uhr, Schwerter Sommerkonzerte, an wechselnden Konzertorten

 

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