Gegen die Demenz: Grete-Meißner-Zentrum baut Gesprächsgruppe auf

Schwerte. Mit dem Begriff Demenz wird häufig ein Bild von sehr alten, verwirrten und hilfebedürftigen älteren Senioren verbunden. Menschen mit Gedächtnisproblemen und kognitiven Beeinträchtigungen, die nicht in dieses Bild passen, fallen durch das Raster und nicht weiter auf. Vermutlich gibt es deshalb so wenig Unterstützungsangebote für Menschen im Frühstadium einer Demenzerkrankung. Im Grete-Meißner-Zentrum, Schützenstraße 10, wird eine Gesprächsgruppe für Menschen, die unter Gedächtnisstörungen leiden oder eine Demenzdiagnose erhalten haben, aufgebaut. Der erste Termin ist am Dienstag (14. März) ab 10 Uhr.

Der erste Teilnehmer dieser Gruppe sucht andere Betroffene, die sich – frei von Beeinflussung oder Bevormundung –  mit der veränderten Lebenssituation auseinander setzten möchten. Im Zentrum dieses neuen Angebotes steht der Wunsch, die neue Situation zu bewältigen und sich mit anderen darüber auszutauschen.

Das Leben mit einer Demenz stellt die betroffenen Menschen vor eine große Bewältigungsaufgabe. Es gehen viele Gedanken durch den Kopf und mancher liegt wie ein schwerer Stein auf dem Herzen. Die aktive Auseinandersetzung ist ein wichtiger Schritt, um die Diagnose annehmen zu können. Sie kann in das Leben integriert werden. Dies hilft, eine neue Perspektive zu entwickeln. Die neue Gruppe soll Rückhalt geben können. Im Austausch mit Gleichbetroffenen wird das Selbstvertrauen gestärkt, Handlungskompetenz neu entwickelt oder zurückgewonnen.

Die Gruppe bietet einen geschützten Rahmen in dem auch „schwarze“ Gedanken geäußert werden können. Ebenso die Wut über die Erkrankung, die anderen Gesunden oder die Frustration finden hier eine Ausdrucksmöglichkeit. Aber auch die frohen Gedanken und positiven Gefühle stärken die einzelnen Gruppenmitglieder. Hier können sie Kraft tanken, voneinander lernen und sich gegenseitig unterstützen.

Weitere Informationen gibt Andrea Schmeißer, 02304/939381.

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