Eine Entscheidung gegen den erklärten Elternwillen

Die Stadtschulpflegschaft stellt sich auf die Seite der Eltern, die keinen Umzug der Grundschule Ergste zum Derkmannsstück wollen. Claudia Belemann, Vorsitzende der Stadtschulpflegschaft, schreibt dazu:

„Die CDU will am Montag in einer außerordentlichen Ratssitzung mit den Stimmen von Grünen und FDP den Umzug der Ergster Grundschule zum Derkmannsstück beschließen, obwohl sich 87% der Grundschuleltern gegen den Umzug ausgesprochen haben und rund 600 Bürger mit ihrer Unterschrift ihren Protest gegen diesen Plan dokumentiert haben. Politisch den Umzugsplan zu befürworten, ist das eine. Etwas anderes ist es, das Engagement und die Arbeit der protestierenden Eltern zu verleumden: CDU-Ratsherr Hans-Georg Rehage hat der Schulpflegschaft Ergste vorgeworfen, eine unseriöse Umfrage vorgelegt zu haben, da sie anonym erfolgt sei!

Hat er schon je eine Umfrage erlebt, von großen Meinungsforschungsinstituten, die namentlich durchgeführt wurde? Haben Bundestags- oder auch Ratswahlen keine Gültigkeit, weil sie anonym erfolgen? Den Elternwillen in der Schulpolitik zu ignorieren, hat leider eine unrühmliche Tradition in dieser Stadt. Als die Stadtschulpflegschaft Schwerte vor zwei Jahren eine Umfrage in den Grundschulen durchführte, welche weiterführende Schule sich die Eltern der 3. und 4. Klässler für ihre Kinder wünschten, war das Ergebnis auch eindeutig: die Eltern wollten mehrheitlich Gesamtschulplätze. Auch damals wurde die Seriösität der Umfrage der Stadtschulpflegschaft in Zweifel gezogen. Inszwischen hat die Realität die damalige Umfrage überdeutlich bestätigt.

Auch in Ergste hatte die Schulpflegschaft keinerlei Interesse daran, das Ergebnis der Umfrage zu den Umzugsplänen zu manipulieren. Im Gegenteil: das Team um die Schulpflegschaftsvorsitzende Martina Fathmann wollte wissen, ob es innerhalb der Schule ein Mandat für einen öffentlichen Protest gegen die Umzugspläne gibt oder nicht. Die Eindeutigkeit des Umfrageergebnisses mit 87% war für die Initiatoren überraschend und ein überdeutliches Signal, sich gegen die Umzugspläne zu wenden. Es passt Hans-Georg Rehage, CDU, Grünen und FDP verständlicherweise nicht, aber es läßt sich auch nicht einfach wegwischen: eine Entscheidung für den Umzug der Grundschule Ergste ist eine Entscheidung gegen den erklärten Elternwillen.“

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