Die „Schmacht“ der Bullemänner – nichts für Kostverächter

Schwerte. Zum Jahresende dreht die Rohrmeisterei noch mal so richtig auf. Die Veranstaltung mit Frieda Braun am 6. Dezember haben wir ja bereits angekündigt. Wer vorher schon beste Unterhaltung erleben möchte, sollte die „Bullemänner“ am 29. November (Donnerstag) nicht verpassen. Sie haben „Schmacht“ und versprechen einen „satten Abend“. Beginn ist um 19.30 Uhr. Die Tickets kosten 22 EUR und sind erhältlich auf www.rohrmeisterei-schwerte.de und unter Tel. 02304 2013001.

In Westfalen, der Heimat der Bullemänner, tut sich Weltbewegendes! Was? In der Provinz? Ja sicher! Wer hatte jemals von Nazareth gehört, bevor Jesus dort aufkreuzte? Vom Arsch der Welt bis zum Nabel des Universums ist es nur kurz um die Kurve. Das Campingparadies in der Pampa – neudeutsch „Nischengegend“ – wird zur Erstaufnahmeeinrichtung für junge Flüchtlinge. Platzwart Karl Faktor hat 14 Nationen auf dem Platz – drei mehr als Yogi Löw. Und sein Motto lautet: „Keine Verhätschelung bei der Integration – den Fehler haben wir bei den Ossis gemacht!“

Geschichten aus dem Alltag

Die „Bullemänner“ haben Geschichten aus dem Alltag auf der Pfanne – aus Getränkeshop, Doppelhaushälfte und Ackerfurche. Manche entpuppen sich als echte Königsdramen, die sich Shakespeare nicht besser hätte ausdenken können: Das große Bangen vor dem Schützenfest – es kann ja nur einer regieren. Meistens will auch nur einer. Aber das Drama, wie der das dann erleidet, was er nicht erkämpfen musste, das ist ganz großes Gefühlskino! Und erst der Blick der Bullemänner hinter die Hecke: Wäre Europa im Umgang mit den Flüchtlingen nicht ein Stück entspannter, folgte es dem westfälischen Motto: „Wat kommt wird gewickelt“ ?

Das 13. Programm von Augustin Upmann, Heinz Weißenberg und der „Tastenfachkraft“ Svetlana Svoroba ist vielleicht ihr persönlichstes – sehr komisch, sehr philosophisch und sehr bekloppt: Weißenberg besingt den Apfelstrudel der Vergeblichkeit, Svoroba schmettert als hinterhältige Klobürste Opernarien und wenn Upmann sich an seine Kindheit erinnert, wird sogar ein Plumpsklo zu einem Ort voller Poesie. „Schmacht“ ist ein Mix aus Musik, Comedy, Kabarett und Theater. Mit zarten Filetspitzen, deftiger Hausmannskost, satirischen Sahneschnittchen und sinnfreiem Quatsch mit Sauce:  – abwechslungsreich, prall und saukomisch. „Schmacht“ – nichts für Kostverächter!

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