Der Blickwinkel fragt – Die Kandidaten antworten

Schwerte. Bildungs- und Familienpolitik sind Schlagworte, die im Bürgermeisterwahlkampf immer wieder fallen – jetzt auch im Zusammenhang mit dem Brandbrief aus dem Wandhofener Kindergarten. Der Blickwinkel eröffnet mit diesem Thema sein Kandidatenforum, dass einmal in der Woche ein, zwei Fragen aufgreift. Die Antworten der Kandidaten werden hier jeweils freitags veröffentlicht. Zum Auftakt haben wir die Kandidaten um eine Stellungnahme zum Thema Kindergarten Wandhofen gebeten. Zudem wollten wir wissen, wie sie das Voting des Schülermagazins „Mein Schwerte“ bewerten. Dort hatte sich Dimitrios Axourgos (SPD) durchgesetzt. Der Blickwinkel veröffentlicht die Stellungnahmen in wertfreier Reihenfolge nach ihrem Eingang.

Kindergarten

Projektgruppe einrichten

Dimitrios Axourgos

Die Bildungs- und Familienpolitik muss in Schwerte insgesamt wieder einen höheren Stellenwert erhalten! Dazu zählen unter anderem genügend Kita-Plätze und gut ausgestattete Einrichtungen, auch in Wandhofen. Hier habe ich mit Betroffenen bereits ein Gespräch geführt und werde einen weiteren vor-Ort-Termin vereinbaren. Ich werde als Bürgermeister unverzüglich eine Projektgruppe installieren, um die Bedarfe der Kitas in ganz Schwerte zu ermitteln und die Akteure dabei mit einzubeziehen. Es müssen verlässliche Zeitpläne inklusive Finanzierung erarbeitet werden, um unsere Kitas zu modernisieren und zu stärken.

Erklärung erwartet

Gregor Podeschwa.

Ich habe den Brief auf dem direkten Wegen vom Herrn Simon erhalten und habe ihn sofort angerufen. Noch am frühen Abend trafen wir uns vor Ort. Wir waren schnell einer Meinung, dass der gesamte Stadtteil Wandhofen von den Politikern anscheinend vergessen wird. Der Zustand des Sportplatzes, der Friedhof, der in letzter Sekunde vor der Schließung (nur durch zukünftigen Einsatz ehrenamtlicher Helfer) bewahrt wurde und jetzt auch noch der Kindergarten. Über den Zustand des Gebäudes ist die Verwaltung seit mehreren Jahren informiert und nichts ist passiert. Die Betroffenen hätten gerne vor den Verantwortlichen eine Erklärung. Ich übrigens auch.

Behelfszustand

Stefan Barthel

Investitionen in Kinder und Jugendliche stellen eine Investition in unsere Zukunft dar und sollten daher gefördert werden. Die Kiga-Einrichtung in Wandhofen muss in jedem Falle zukunftsfähige Konzepte bieten, wie Integration behinderter Kinder oder Erweiterung der Ausrichtung (Stichwort: „Waldgruppe“). Ich bin überzeugt, auf diese Weise einen Betrieb für die kommenden Jahrzehnte zu sichern und den „Behelfszustand“ von Gebäudeteilen zu beenden.

Ab 2020 mit dem Neubau beginnen

Adrian Mork

Um eine drohende Schließung des KiGa Wandhofen abzuwenden, ist die Stadtverwaltung seinerzeit eine Kooperation mit dem Lebenszentrum Königsborn eingegangen (heilpädagogische Gruppe), so dass der Standort Wandhofen gerettet werden konnte. Nach Maßgabe des Landesjugendamtes können beide Einrichtungen jedoch zukünftig nicht mehr unter einem Dach betrieben werden. Gespräche, die heilpädagogosche Gruppe des Lebenszentrums Königsborn auf einen anderen Standort anzusiededeln, werden bereits geführt. Für den Kindergarten Wandhofen werde ich mich konkret einsetzen, dass dieser Standort zukünftig erhalten bleibt und sogar ausgebaut wird, da der Bedarf unstrittig ist! Hierzu ist ein Neubau unabdingbar, da die jetzige Gebäudesubstanz nicht ertüchtigt werden kann. Vor der Sommerpause 2018 werde ich hierzu eine Projektgruppe einsetzen, an der der Rat der Kindertageseinrichtung beteiligt wird. Geplant ist, den Kindergarten um eine Gruppe auf dann drei Gruppen zu erweitern. Bei den Haushaltsberatungen für das Jahr 2020 müssen die benötigten Mittel bereitgestellt werden. Ab 2020 kann mit dem Neubau begonnen werden.

Infrastrukturen ausbauen

Die Belebung der einzelnen Schwerter Stadtteile steht ganz oben auf der Liste meiner Anliegen für Schwerte. Dazu gehört nicht nur der Erhalt wichtiger Infrastrukturen wie Kindertagesstätten oder auch Friedhöfe, sondern auch ihr Ausbau. Ich habe mich mit Herrn Simon bereits in Verbindung gesetzt und möchte sein Anliegen persönlich mit ihm besprechen. Genau so würde ich bei jedem anderen Anliegen mit städtischem Bezug vorgehen.

Gerne Herzenswunsch erfüllen

Dirk Hanné

Herr Simon ist zurzeit nicht erreichbar, so dass ich mit einer Mitarbeiterin des Kindergartens gesprochen habe. Da jedoch die Mitarbeiter der Stadt durch Herrn Winkler zur Neutralität angehalten sind, durfte Sie mir keine ergänzenden Auskünfte geben. Ich werde somit in der nächsten Woche mit Herrn Simon einen Ortstermin machen. Anhand der geschilderten Problematik scheint jedoch ein Neubau geboten. Wenn dies nun schon mehrfach angemahnt ist, stellt sich gleichfalls die Frage, welchen Plan die Stadt verfolgt und warum. Ich würde mir wünschen wenn ich diesen motivierten Menschen ihren Herzenswunsch erfüllen könnte.


Voting

Dimitrios Axourgos: 47% Zustimmung bei über 1300 Teilnehmern sind natürlich ein großer Vertrauensbeweis, für den ich sehr dankbar bin! Das Ergebnis gibt für die nächsten Wochen sicherlich Rückenwind, führt aber nicht dazu selbstgefällig oder überheblich zu werden. Im Gegenteil: es ist ein Ansporn und eine Verpflichtung, weiterhin nah bei den Bürgerinnen und Bürgern zu sein, ihnen zu zuhören und mit ihnen gemeinsam Ideen für ein attraktiveres Schwerte zu entwickeln. Diesen Weg möchte ich weiter gehen.

Gregor Podeschwa: Ich habe mich natürlich darüber gefreut. Zu dem Zeitpunkt ein tolles Ergebnis. Mit der weiteren Entwicklung meiner Wahlkampagne werde ich bis zum 4. März bestimmt noch mehr Bürger von den Vorteilen einer parteiunabhängigen Politik überzeugen!

Stefan Barthel: Die Umfrage erhebt keinen Anspruch auf Repräsentativität. Zudem befindet sich der Wahlkampf gerade erst am Anfang. Ich sehe es aber als deutliches Zeichen dafür, dass gerade die parteiunabhängigen Kandidaten sich mehr in das öffentliche Bewusstsein rücken müssen.

Adrian Mork: Die Umfrage erfüllt keine Kriterien der Repräsentativität. Jedermann, auch außerhalb von Schwerte, konnte sich beteiligen. Die sehr geringe Anzahl abgegebener Stimmen lässt keine Rückschlüsse auf das Wahlverhalten der Schwerter Bürgerinnen und Bürger zu.

Christiane Ganske: Das Durchführen von Wahlumfragen ist eine gängige und legitime Methode. In der Bundespolitik kommen die Umfragen den späteren tatsächlichen Wahlergebnissen häufig ziemlich nahe. Bei der Umfrage von „Mein Schwerte“ ist allerdings zu bedenken, dass wir gerade erst am Anfang des Wahlkampfes stehen. Und die Zielgruppe von Lukas Pohland, dem Redakteur von „Mein Schwerte“ sind Jugendliche. Da werden einige Fussballer dabei sein, die natürlich für einen Fussballtrainer voten. Ob das repräsentativ für die Schwerter Bevölkerung ist, bleibt abzwarten.

Dirk Hanné: Irgendjemand hat mal gesagt:“ Ich glaube nur der Statistik die ich selbst gemacht habe“. Das trifft zwar hier nicht zu, aber der Kreis derjenigen die hier bewerten, deckt sich zum Glück nicht mit dem Kreis der Wähler. Ansonsten sähe es für die unabhängigen Bewerber schon schlecht aus. Da  sich jedoch einige Bewerber in der Sidebar präsentieren, kann man dort Informationen über die  Bewerber erhalten. Hier kann man lesen, wer was machen will und was er dafür bereits getan hat. Ich freue mich, dass ich schon wahrgenommen werde.

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