„Das war echt cool“: Der Tiebreaksieg des VVS hallt nach

Frieda Gottschalk brachte am Ende die entscheidenden Aufschläge druckvoll übers Netz.

Schwerte. Es gibt Spiele, die wirken auch am Tag danach noch nach. Die Partie des VV Schwerte in der Volleyball-Oberliga der Damen gegen den VoR Paderborn gehört dazu. Der 3:2-Erfolg sicherte den Schwerterinnen und ihrem Trainer Knut Powilleit die ersten beiden Punkte des neuen Jahres. Jetzt kann der VVS nachlegen, am Samstag ab 16 Uhr beim RC Borken-Hoxfeld II, dem aktuellen Tabellennachbarn. So wie sich der VVS am Sonntag für die Hinspielniederlage gegen Paderborn revanchiert hat, so liegt auch in Borken etwas in der Luft.

Engagement versetzt Berge

Denn die Schwerterinnen können etwas mitnehmen, nämlich die Erfahrung, dass Engagement ganz Berge versetzen kann. So wie am Sonntag gegen Paderborn. Da taten sich die Gastgeberinnen in der Alfred-Berg-Sporthalle vor nur kleiner Kulisse (Borussia Dortmund ließ grüßen) zunächst sehr schwer, überließen dem Gegner bis in den dritten Satz hinein das Feld. Kira Schäfer, die Linkshänderin im Team, führt das auf die recht lange Pause zurück. In der Tat waren das Rhythmusstörungen, die ein Jahreswechsel mit sich bringen kann. Kira Schäfer machte im Gespräch mit dem Blickwinkel am Tag danach aus ihrem Herzen keine Mördergrube, gab „ehrlich gesagt“ zu, dass auch sie zu jenen in der Halle gehörte, die nach dem 15:20 im dritten Satz keinen Pfifferling mehr auf die Mannschaft gewettet hätten.

Der Auftritt der Frieda Gottschalk

Knut Powilleit hatte am Sonntag viel zu tun.

Aber unverhofft kommt oft. „Das war echt cool“, beschreibt Kira Schäfer die Wende. Ja, das war cool, weil die Schwerterinnen endlich so gespielt haben, wie sie ihre Zuschauer am liebsten immer spielen sehen würden: engagiert, lebendig, bis zum Äußersten bereit. Das hat es durchgehend in dieser Saison noch nicht gegeben. „Unser Problem ist das ständige Auf und Ab“, sagt Kira Schäfer. Ja, auch im Tiebreak zeigte gegen Paderborn die Formkurve kurzfristig nach unten, aber die Mannschaft drehte einen 10:13-Rückstand auch deshalb, weil die junge Frieda Gottschalk ebenso unbekümmert wie druckvoll aufschlug und dem Gegner damit den Zahn zog. 15:13 – knapper kann man einen Tiebreak nicht gewinnen, knapper kann ein verdienter Sieg insgesamt nicht ausfallen.

Mannschaft viel umgebaut

Einer, der am Erfolg kräftig mitgestrickt hat, war natürlich der Trainer. Knut Powilleit setzte seine Auszeiten zum richtigen Zeitpunkt, baute die Mannschaft ständig um, bis er im dritten Satz mit dem letzten Wechsel (Janina Mester kam für Kira Schäfer) die für diesen Gegner scheinbar optimale Aufstellung gefunden hatte. „Wir haben uns viel besser auf den Gegner eingestellt“, sagt Knut Powilleit, „Paderborn hatte uns im vierten Satz nichts entgegenzusetzen“. Das lag auch daran, dass Lisa Schulte-Schmale und Steffi Herkelmann im vierten Durchgang in der Abwehr beste Arbeit ablieferten. Der VV Schwerte hatte über den Kampf zum Spiel gefunden, die Spielerinnen hatten ihr ganzes Potenzial entfaltet – toll! Jetzt wird auch Borken eine Reise wert sein. Wetten?

http://blickwinkelschwerte.de/erst-klinisch-tot-dann-auferstanden-vvs-besiegt-paderborn-32/

 

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