Das Ruhrstadt Orchester – kompakter Klangkörper mit heiterer Gelassenheit

Schwerte. Eine Einstimmung auf das Fest und eine Verschnaufpause im hektischen Vorweihnachtsbetrieb hatte das Ruhrstadt Orchester in der Einladung zu seinem Weihnachtskonzert am Sonntag in der Rohrmeisterei versprochen. Die zahlreichen Besucher, die mittlerweile sogar aus Lüdenscheid und Hamm anreisen, wurden nicht enttäuscht. Gut bewacht von der Schwerte Stadtwache konnten sie sich entspannt zurücklehnen.

Heitere Gelassenheit strahlte der überaus kompakt agierende Klangkörper des Ruhrstadt Orchesters aus in einem abwechslungsreich zusammengestellten Programm, das von der strengen Architektonik eines Bachschen Ricercare über die volkstümlichen Sinfonien eines anomym gebliebenen polnischen Komponisten und des Böhmen Johann Stamitz bis hin zu den virtuosen Doppelkonzerten für Violine und Klavier von Johann Christian Bach und Viola und Gitarre von Antonio Vivaldi reichte. Schlusspunkt war dann Anton Arenskis kraftvoll endende Fantasia fugata, bei der der bestens aufgelegte Solohornist Martin Theusner besondere Akzente setzen konnte.

Feinsinniges Gespür

Der Städtische Kapellmeister Claus Eickhoff bewies einmal mehr feinsinniges Gespür.

Kapellmeister Claus Eickhoff leitete die Musiker mit souveränem Blick für den musikalischen Gesamtzusammenhang und mit feinsinnigem Gespür für das musikalische Detail. Seine Wahl der Tempi ist fern jeglicher Jagd nach Rekorden, seine dynamische und agogische Gestaltung fern jeder künstlichen Übertreibung. So entstehen klingende Kunstwerke, die faszinieren, die berühren, die mitreißen, denn jede Beschleunigung, jede Verzögerung, jede Betonung hat ihren Sinn in der musikalischen Logik der Komposition.

Mit den Solisten Evgeny Selitsky (Violine), Rolf Petrich (Violoncello), Alejandro Vega (Viola) und Sabine Thielmann (Gitarre) standen, bzw. saßen vier Musiker auf der Bühne, die mit technischer und musikalischer Meisterschaft virtuose Glanzlichter setzten. Das solistische Zusammenwirken von Violine und Violoncello in der Sinfonia Concertante A-Dur von Johann Christian Bach und von Viola und Gitarre im Konzert von Antonio Vivaldi bestach durch seinen harmonischen Kontrast. Gegensätzlich in Klangfarbe, Tonhöhe und Artikulation fanden sich die Soloinstrumente immer wieder in einer klangvollen Homogenität – behutsam hier, akzentuiert da begleitet vom Orchester und seinem Kapellmeister.

Eine besondere Überraschung

Mit der erst 11-jährigen Schülerin Sophie Kersting hatte das Ruhrstadt Orchester eine besondere Überraschung vorbereitet. Bei ihrem ersten Auftritt mit großem Orchester begeisterte die junge Sängerin das Publikum mit Solvejgs Lied von Edvard Grieg und der traditionellen Zugabe.

Nach den guten Wünschen für das bevorstehende Weihnachtsfest entließ der Städtische Kapellmeister Claus Eickhoff das Publikum in die Winterpause, nicht ohne auf das Neujahrskonzert am 13. Januar 2019 hinzuweisen.  Da wird sich dann alles um Beethoven drehen.

Konzerte in 2019

Sonntag, 13. Januar 2019, Rohrmeisterei, 17 Uhr
NEUJAHRSKONZERT

„Beethoven forever“ – Tripelkonzert, 5. Sinfonie

Sonntag, 24. März 2019, St. Viktor Kirche, 17 Uhr

„Musik vor Ostern“

Sonntag, 2. Juni 2019, Rohrmeisterei, 17 Uhr

„Karneval der Tiere“

Sonntag, 29. September 2019, St. Viktor Kirche, 17 Uhr

„Lost in the City“ Kooperation Schwerte-Wien

Freitag, 1. November 2019, Bürgersaal, 17.30 Uhr

RATHAUSKONZERT zu Allerheiligen

Sonntag, 8. Dezember 2019, Rohrmeisterei, 17 Uhr

WEIHNACHTSKONZERT

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