Das Kulturbräu kommt: In Schwerte-Ost braut sich was zusammen

Schwerte-Ost. (ir) Dass in einer Metzgerei zum Feierabend schon mal ein Bierchen getrunken wird, ist sicherlich nicht ungewöhnlich. Wenn aber in einer ehemaligen Metzgerei Bier gebraut wird, dann geht das schon in Richtung einzigartig. Aber so wird’s sein in Schwerte-Ost „Am Hohenstein“, dort wo einst die Metzgerei Schwedler ihre Waren feilbot und wo die Metzgerei Wilkes mal einen Standort hatte, der vor mindestens sieben Jahren aufgegeben worden ist. Seitdem steht das Ladenlokal leer. Bald zieht neues Leben ein. Wie der Laden mal heißen wird, ist noch nicht klar, aber ein Arbeitstitel ist gefunden: „Kulturbräu“. Ja, es braut sich was zusammen!

Dahinter steckt ein seltener Zusammenschluss von Kulturbüro im KuWeBe und Eisenbahner Wohnungsgenossenschaft. Auch der Bürgermeister findet’s gut. „Dieses Projekt stärkt den Ortsteil und wertet ihn auf“, sagte Dimitrios Axourgos am Mittwoch auf einem Medientermin. „Es wird helfen, Leben in den Ortsteil zu bringen“ – wenn’s um Ortsteilentwicklung geht, stößt man beim Bürgermeister bekanntlich immer offene Türen ein.

Microbrauerei als Kulturprojekt

Was soll passieren: Eine Microbrauerei zieht 2019 in die Metzgerei und unter Anleitung eines Paten schult sich ein etwa achtköpfiges Brauteam, um nach und nach das Thema eigenverantwortlich und als Kulturprojekt weiterzuführen. Markus Droll, Geschäftsführer der EWG, stellt nicht nur die Räume sondern spinnt die Idee konkret weiter: “Ich kann mir sehr gut auch einen Zusammenschluss bei diesem Projekt mit den anderen Genossenschaften vor Ort vorstellen und auch die Handwerker, die hier in der Siedlung, arbeiten sind für ein Projekt mit so viel Bodenhaftung sicher ansprechbar.“

Der Weg ist das Ziel

Holger Ehrich, Leiter des Kulturbüros, hebt den Kommunikationsprozess hervor, seine Mitarbeiterin  Andrea Reinecke den Netzwerkcharakter:“ Eine Motivation ist, in die unmittelbare Aktivität zu kommen und den Weg als Ziel zu begreifen. Bierbrauen ist ein komplexer Prozess und das Thema braucht Sorgfalt, Geduld und Hingabe. Es geht um Handwerk und Genuss, um Lebenshaltung und die Frage, was ist wichtig. Dass dabei Gespräche und Ausstellungen, Vorträge und die Diskussion über und im Ortsteil auch Teil ist: umso besser. Wir knüpfen an die Geschichte an und kommen ins gemeinsame Tun. Kultur definiert sich hier aus dem Alltag der Menschen vor Ort. “

Matthias Hein, aktueller Leiter des KuWeBes, weist auf die Resonanz in den Einrichtungen hin: „Raus aus den Einrichtungen und hin zu den Leuten hat auch für die KuWeBe-Einrichtungen einen besonderen Charme. Warum nicht eine Ausstellung mit historischen Bildern oder eine moderne Fotosafari aus dem Programm der VHS hier enden lassen? Es ist gut, wenn wir alle in Bewegung kommen. Die Welt verändert sich – auch in Schwerte-Ost.“

Gesucht werden nun Unterstützer*innen auf allen Ebenen: ideell, finanziell und mit dem Gedanken zur Vernetzung und Beteiligung.

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