Das Informationsschreiben des AK Nachhaltigkeit aus Schwerte

Der Energiekonzern RWE beginnt zum nächstmöglichen Termin mit der Rodung des Restbestandes des Hambacher Waldes. Laut RWE`s Betriebsplan ist die Rodung zur Vergrößerung des größten rheinländischen Braunkohletagebaus Hambach vorgesehen. Umweltschützer kritisieren den geplanten Ausbau der Kohleförderung zur Energiegewinnung. Sie warnen vor den damit verbundenen CO²- Emissionen und den Gesundheitsbelastungen für die Bürger durch Feinstaub-Emissionen. Seit 2012 besetzen Aktivisten Teile des Waldes durch Baumhausstruckturen. Die durch RWE angeordnete Räumung der Besetzung wird durch die Polizei NRW unterstützt. Diese wird in den kommenden Wochen ihre Einsatzkräfte im Rheinland rund um den Tagebau konzentrieren. Räumpanzer und Wasserwerfer der Polizei aus ganz NRW werden zur Unterstützung der Räumung angefordert. Es wird bei den Polizeieinsätzen mit über tausend Beamten gegenüber den etwa hundert Besetzern gerechnet.

 

Derzeit tagt in Berlin die von der Bundesregierung einberufene Kohlekommission. In dieser soll ein Plan zum baldigen Ausstieg aus der Braunkohle erarbeitet werden. Mitglieder der Kommission und Umweltministerin Svenja Schulze, aber auch die Gewerkschaft der Polizei in NRW haben gefordert, die Rodungen des Hambacher Waldes für die Dauer der Kommission auszusetzen. Deutschland hat den Begriff Energiewende geprägt, der Verlagerung hin zu erneuerbaren, nachhaltigen Energiequellen beschreibt. Ein aktuelles Gutachten des Frauenhofer Instituts zeigt, dass die Abschaltung von Kohlekraftwerken möglich ist, ohne dass die Energieversorgung der Bürger bedroht ist. 2018 wurden über 30 Prozent des deutschen Strombedarfs durch erneuerbare Energien gedeckt. Der weitere Ausbau der Kohleförderung unter hohen indirekten staatlichen Subventionen ist daher insbesondere im Hinblick auf die Klimaschutzziele der Bundesregierung umstritten.

 

Schon heute sind die rheinländischen Braunkohleindustrie, mit den dazugehörigen Kraftwerken die größte CO²-Schleuder Europas. Dem Tagebau Hambach – das größte Erdloch Europas – mussten bereits dutzende Dörfer, deren Einwohner, Häuser und Kirchen weichen. Nun soll der ehemalige größte Wald des Rheinlandes, der Hambacher Forst folgen. Dessen einmaliges Ökosystem bietet mehreren Tier- und Pflanzenarten Schutz und Heimat, RWE möchte einzelne Artenumsiedeln. Ökologisch bedeutet die Rodung des Waldes den unumkehrbaren Verlust der Flora und Fauna des Hambacher Waldes.

 

Die Bedrohung des Klimawandels wurde in diesen heißen Sommer spürbar. Die Aktivisten, die den Forst durch die Baumbesetzung vor der Rodung schützen möchten, fordern, dass die Zukunft der Menschheit auf diesen Planeten nicht den Profitinteressen RWE`s untergeordnet werden darf. RWE machte im vergangenen Jahr einen Nettogewinn von 1,9Milliarden Euro.

 

Wir appellieren an Sie: Gestalten Sie aktiv und kreativ den Widerstand mit. Unterschreiben Sie die Online Petition vom BUND. Auf Twitter können Sie die Geschehnisse im Wald in Echtzeit unter #hambibleit verfolgen. Sprechen Sie mit Ihren Nachbarn, Freunden und lokalen Abgeordneten oder fahren Sie zum Hambacher Wald und bilden Sie sich ihre eigene Meinung. Auch gibt es an ausgewiesenen Sonntagen familienfreundliche, geführte Waldspaziergänge. Fakt ist, es ist Zeit zum zügigen Handeln. Der Klimawandel wartet nicht, bis die Energiekonzerne zur Vernunft gekommen sind!

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