„Bedrohliche Lage“ für den KuWeBe: Der große Knall soll abgewendet werden

Aktualisiert am 15. Juni um 13:04 Uhr
Schwerte. Kultur bewegt. Vor allem, wenn sie auf der Kippe steht. Gerade deshalb waren am Mittwoch viele Menschen der Einladung der Schwerter KulturInitiative ins Alte Rathaus gefolgt um zu erfahren, welche Zukunft die Kultur in Schwerte hat und ob der große Knall abgewendet werden kann. Davon und von einer „bedrohlichen Lage für den Kultur- und Weiterbildungsbetrieb“ sprach Bürgermeister Dimitrios Axourgos.

Lesen Sie auch den Kommentar der Schwerter KulturInitiative zur Berichterstattung und zum Thema ganz am Ende

Vertreter aller im Rat der Stadt Schwerte vertretenen Parteien waren gekommen und noch mehr Kulturschaffende aus der Ruhrstadt, um der von Claudia Belemann und Jennifer Petroll moderierten Veranstaltungen beizuwohnen. Deutlich wurden die finanziellen Probleme des KuWeBes in der Haushaltspaktkommune Schwerte. Schon Klaus Kilian, der erste Vorstand der Anstalt öffentlichen Rechts, hatte nach der Auslagerung der Kultur aus dem Schoß der Stadt in seiner Amtszeit immer wieder auf die stets kleiner werdenden Zuschüsse der Stadt aufmerksam gemacht, obwohl andere Regularien getroffen worden waren. Das wiederholte er auch am Mittwoch. „Die Finanzierung des KuWeBes ist das Problem, nicht das Personal“, sagte er, immer noch kämpferisch.

Gut besucht war die Veranstaltung der KulturInitiative.

Alles steht und fällt mit den Finanzen

Matthias Hein, kommissarischer Vorsitzender im KuWeBe, machte darauf aufmerksam, dass die Stadt Schwerte lediglich 1,4% ihres Haushaltes für die Kultur aufbringe. „Das deckt gerade die Personalkosten und lässt dem KuWeBe keine weiteren Möglichkeiten. Und: Egal, ob der KuWeBe eine AöR bleibe oder zurückgeführt werde zur Stadt, „alles steht und fällt mit den Finanzen“, so Hein.

AöR oder Amt?

Moderierten den Abend: Claudia Belemann (l.) und Jennifer Petroll.

Bürgermeister Dimitrios Axourgos kann sich eine Eingliederung der Kultur ins Rathaus gut vorstellen. Deshalb wird er dem Rat in seiner Sitzung am 4. Juli vorschlagen, die Verwaltung mit einer entsprechenden Prüfung zu beauftragen. Ungewiss ist, ob die Ergebnisse einer solchen Prüfung Zustimmung finden. Denn die Politik war sich zwar einig in der Sache, die Kultur in Schwerte zu bewahren, äußerte sich am Mittwoch aber unterschiedlich und stellenweise noch zurückhaltend. Jörg Schindel (CDU) zum Beispiel sprach von einem Zeitverlust, den eine solche Prüfung mit sich bringen würde, denkt aber nicht grundsätzlich über die Ablehnung eines solchen Prüfungsauftrags nach. Generell bevorzugt er aber den Verbleib in der AöR gegenüber einer Rückführung zum Amt.

Lösung für die Kultur

Passiert nichts, reicht’s noch für gut fünf Jahre. Dann droht der große Knall. „Den wollen wir nicht bekommen“, unterstrich Dimitrios Axourgos. Es sei eine Pflicht, „eine gute Lösung für die Kultur zu finden. Sie soll weiterleben mit allen Instituten, die wir haben. Wir müssen einen Prozess führen, um das Beste für die Kultur herauszuholen“. Deshalb sei es schon mal gut, dass über die Kultur gesprochen werde. Ein Anfang. Ein Ende ist noch nicht in Sicht.

Kommentare

Comments

  • KulturInitiative Schwerte 15. Juni 2018 at 13:02

    Selbstständigkeit oder zurück in die Arme der Stadt?

    Die Kulturinitiative Schwerte, in der sich vor einigen Wochen besorgte Kulturschaffende und Kulturinteressierte der Ruhrstadt lose zusammengeschlossen haben, plädiert mit Nachdruck für eine Prüfung der Frage, ob der Kultur- und Weiterbildungsbetrieb KuWeBe weiter als Anstalt öffentlichen Rechts geführt werden soll oder aber wieder in die Stadtverwaltung rückintegriert werden kann.

    Nicht zuletzt die aktuellen personellen Probleme an der Spitze der AöR und des Kulturbüros und die seit Jahren immer prekärer werdende finanzielle Lage des KuWeBe hatten Schwerterinnen und Schwerter dazu bewegt, sich aktiv in die Kulturdebatte der Ruhrstadt einzumischen. Die Befürchtung wächst, dass die immer dürftiger fließenden öffentlichen Mittel zum einen die wichtige Arbeit von VHS, Stadtbücherei, und Musikschule immer mehr erschweren. Zum anderen gefährdet eine personelle und finanzielle Austrocknung die weitere Arbeit des Kulturbüros. Das Büro organisiert nicht nur die weit über Schwerte hinaus wirkenden Leuchtturmprojekte Kleinkunstwochen und Welttheater, sondern soll auch die Fäden bei der Pflege der vielfältigen freien Kulturschaffenden und -initiativen in der Hand halten und verknüpfen.

    Das Organisationsteam der Kulturinitiative begrüßt die von Bürgermeister Axourgos vorgeschlagene und von allen Ratsparteien befürwortete personelle Aufstockung des Kulturbüros als ersten wichtigen Schritt in die richtige Richtung. Das Team unterstützt nachdrücklich die angestrebte intensive Prüfung der Frage, ob der KuBeWe wie bisher ein weitgehend selbstständiger Betrieb bleiben oder aber zur Stadt und zur Verwaltung zurückkehren soll. Aus unserer Sicht ist nur eine gewissenhafte Prüfung ein Garant für eine tragfähige Lösung aus der Misere und gegen das „Weiter so“.

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