Die alte Marktschänke: Morbider Charme in Bildern

Schwerte. So detailliert wie auf den Bildern und Collagen von Miriam Börner und Annette Rusteberg wird man die Marktschänke nicht wieder sehen. Die beiden durften sich in der Marktschänke umschauen und haben Eindrücke und Stimmungen aus dem alten Gebäude festgehalten, wie es sich dem Betrachter momentan präsentiert, bevor später ein Café und Räume für Bürgerschaftliches Engagement dort einziehen werden. Das Projekt ist ein Bürgerprojekt aus dem Atelier der Ideen der Bürgerstiftung St. Viktor.


Die Ausstellung, die noch bis zum 28. April jeweils mittwochs und samstags von 11 bis 14 Uhr und sonntags von 12 bis 15 Uhr zu sehen ist, ist aus einer Notwendigkeit entstanden. „Ich habe mich an der Uni für Lehramt, Sozialpädagogik und Kunst beworben“, erzählt Miriam Börner, die vorher schon so genannte lost places fotografiert hat und von der Schwerter Künstlerin Martina Schulte auf die Marktschänke als lost place aufmerksam gemacht wurde. Mit dieser Idee ist sie auf die Bürgerstiftung zugegangen und hat offene Türen eingerannt. Und so ist ein Projekt entstanden, das zur Eignungsprüfung für das Kunststudium wurde.


Verstaubte Romantik

In Annette Rusteberg hat sie ein kongeniale Partnerin gefunden. Beide haben die Marktschänke inspiziert. Aufgetürmter Schutt, in Streifen herunterhängende Tapeten, schief hängende Rolladen, letzte herausgerissene Heizkörper und schmutzige Waschbecken prägen dort das verstaubte, morbide Bild.  Genau diese Bilder in einer Zeit zwischen dem Ende des alten Gastwirtschaftsbetriebs und dem Neubeginn im nächsten Jahr haben die beiden Künstlerinnen in dem geförderten Bürger-Projekt aus dem „Atelier der Ideen“ der Bürgerstiftung rund um St. Viktor in sich aufgenommen und kreativ umgesetzt.

Eröffnet wurde die Ausstellung am Samstag durch Martina Horstendahl, Sprecherin der Bürgerstiftung und engagiert im Atelier der Ideen. Sie verriet, dass die ehemalige Markthalle und die alte Marktschänke eine Verbindung erfahren werden und dort neben kulturellen Veranstaltungen auch eine Ausstellung mit dem Namen „Heimat verrückt“ Platz finden wird. Spätestens dann gehört die „verstaubte Romantik“ in der Marktschänke (Martina Horstendahl) der Vergangenheit an.

Print Friendly, PDF & Email

Kommentare

Comments

  • H.Loos 14. April 2018 at 23:50

    Glückwunsch für die beiden Künstlerinnen – eine super schöne Idee und Zusammenarbeit

    Reply

Über den Autor